Die vier Leitbilder der Verwaltungsreformen in Deutschland

Der hier vorliegende Text ist im Rahmen meiner Klausurvorbereitungen im Wintersemester 2011/2012 für den Kurs „Einführung in die Verwaltungswissenschaft“ im Modul 1.2b der Politik- und Verwaltungswissenschaften an der FernUniversität Hagen entstanden.

In der Nachkriegszeit bis etwa Mitte der 60er Jahre war es das Leitbild des „Demokratischen Staats“, an der sich in Deutschland die Verwaltungsreformen orientierten. Man wollte Demokratie und rechtsstaatliche Sicherheit, sodass die politischen Ziele in der Verfestigung der Demokratie und der Überwindung des preußischen Obrigkeitsstaates lagen. Bürokratietheorie und Verwaltungsrecht waren die theoretischen Grundlagen und das zentrale Konzept bestand aus politischen Beamten in einem bürokratischen Hierarchiesystem, deren wichtigstes Ziel der verwaltungsrechtliche Rechtsschutz war.

Darauf folgte ab Mitte der 60er Jahre das Leitbild vom „Aktiven Staat“, dem sich Schlagworte wie Planung und innere Reformen zuordnen lassen. Die politischen Probleme und Ziele wurden anspruchsvoller: die Steuerung des modernen Interventions- und Wohlfahrtsstaats. Dem „Marktversagen“ sollte durch staatliche Regulierung entgegen gewirkt werden. Die Policy-Forschung und Makro-Ökonomie stellten die Grundlagen und konzentrierten sich auf zentrale Konzepte wie Globalsteuerung und Planungsansätze wie das durch die Makro-Ökonomie beeinflusste Planning-Programming-Budgeting-System (PPBS) aus den USA.

Ein neues Leitbild war ab Ende der 70er Jahre der „Schlanke Staat“, der die Entbürokratisierung durch den Einsatz von neuartigen Managementtechniken und durch eine stärkere Privatisierung sowie dem Outsourcing staatlicher Aufgaben vorantreiben sollte. Mit dem New Public Management galt es Staats- und Bürokratieversagen durch eine ökonomische Sichtweise zu verhindern.

Mitte der 90er Jahre kam dann das Leitbild des „Aktivierenden Staats“ auf. Hier sollen Bürger und Staat auf gleicher Augenhöhe stehen und durch Ko-Produktion sowie Beteiligung den politischen Problemen stellen. Mit der Institutionentheorie und dem Kommunitarismus als Grundlage wurden Konzepte zum Gewährleistungsstaat, aber auch zur Verantwortungsteilung entwickelt.

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