Die wesentlichen Elemente des New Public Managements

Der hier vorliegende Text ist im Rahmen meiner Klausurvorbereitungen im Wintersemester 2011/2012 für den Kurs “Modernisierung des Staates” im Modul 1.2b der Politik- und Verwaltungswissenschaften an der FernUniversität Hagen entstanden.

Die wesentlichen Elemente des New Public Managements sind:

  • die Steuerung durch Ziele,
  • das Kontraktmanagement verselbständigter Verwaltungseinheiten,
  • die Auslagerung von Aufgaben auf private Unternehmen und Non-Profit-Organisationen,
  • die Bildung von Quasimärkten sowie
  • die Betonung der Kundenorientierung.

Die privatwirtschaftlichen Ansätze zur Verwaltungsmodernisierung stoßen allerdings auf Probleme bei der Übertragung ihrer Erfahrungswerte auf den öffentlichen Sektor: Beispielsweise gerät die Spezifizierung öffentlicher Aufgaben in Form von Kontrakten in ein problematisches Dilemma zwischen der ständigen Erneuerung der Kontrakte (hohe Transaktionskosten) und der Erledigung der Aufgaben innerhalb des abgeschlossenen Kontraktes (Rigidisierung der Aufgabenerfüllung).

Die Trennung von Kunde und Anbieter kann in kleineren Kommunen zu einer organisatorischen Fragmentierung und dadurch zu Problemen führen. Deshalb ist ein strukturierter Neuaufbau der Organisationseinheiten unbedingt erforderlich. Auch die Rolle des Bürgers als Kunden kann problematisch werden, da die Komplexität der öffentlichen Handlungssysteme und ihrer integralen Bestandteile (z.B. Phänomene des Zwangs oder Gemeinwohlorientierung) übersehen werden.

Durch das Performanz-Management sollen Ziele gesetzt und gemessen werden. Dazu muss man allerdings die Aufgabendefinition messen und eindeutig zuordnen können. Dies ist aber weder in der modernen Produktion noch in der öffentlichen Verwaltung möglich. Darüber hinaus kann sich durch das Vertragsmanagement teilweise die Verantwortungskette auflösen, da die Verwaltungen häufig für Programme verantwortlich wären, die beispielsweise wegen vertraglicher Auslagerungen nicht mehr kontrollierbar sind.

Ebenso ist die Entwicklung interner Märkte nur die Entwicklung von Quasi-Märkten, denn sie sind keine Konsumenten- sondern zumeist Produzentenmärkte und variieren zwischen Monopol und staatlich geschütztem Wettbewerb. Hinzu kommt, dass die kommerzielle Kultur des NPM-Modells im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung die Werte der nicht-kommerziellen und öffentlichen Orientierung gefährden könnte. Problematisch ist auch, dass mikropolitische Strategien unberücksichtigt bleiben und die Verwaltungsmitarbeiter sich aufgrund ihres umfassenden Kündigungsschutzes gegen Modernisierungsmaßnahmen zur Wehr setzen können.

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